NPK-Dünger – Was ist das eigentlich?

NPK, diese drei Buchstaben hat jeder, der schonmal einen Dünger für seinen Garten gesucht hat gesehen. Diese Buchstaben stehen für die drei wichtigsten Primärnährstoffe und die Zahlen auf den Verpackungen geben Aufschluss darüber, wie viel von welchem Nährstoff in dem Dünger enthalten ist. Meistens wird das Verhältnis der Nährstoffe in der Form

12 – 5 – 5 oder 12 + 5 + 5

angegeben. Bei den Zahlen handelt es sich um “Anteile von 100”, also Prozent, und können je nach Dünger variieren. Lies weiter, um mehr über das Verhältnis und die Bedeutung der Zahlen zu erfahren.

Primärnährstoffe

Dünger gibt es für alles was wächst: Pflanzen, Gräser, Bäume, Aquarien. Die genaue Zusammensetzung eines Düngers variiert aber je nach Einsatztweck enorm! Dieter hat es sich zur Mission gemacht, all sein Wissen für dich in seine Rezepte einfliessen zu lassen und die besten Dünger herzustellen, die du für deine Pflanzen nutzen kannst. Die Spezialdünger versorgen deine Pflanzen mit Nährstoffen, die neben Licht und Sonne lebenswichtig sind.


Warum überhaupt Düngen? Diese Frage hört Dieter oft, denn in der Natur gäbe es ja auch keinen Dünger. Das ist nicht ganz korrekt. In der Natur kommen mehrere Faktoren zusammen, die ein Wachstum begünstigen. Pflanzen, die in der Natur zu wenig Nährstoffe bekommen überleben erst gar nicht lange genug, damit du sie überhaupt in voller Pracht wahrnehmen könntest. Die Pflanzen die du siehst, haben bereits einen passenden Standort gefunden mit entsprechender Nährstoffbasis. Sie ziehen kontinuierlich Nährstoffe aus dem Boden und der Umgebung, doch irgendwann reichen die Nährstoffe nicht mehr, das Wachstum wird gehemmt, die Pflanzen bekommen Mängel oder werden durch andere Pflanzen verdrängt, die die Nährstoffe aggressiver aufnehmen und verarbeiten.

In der Natur gibt es zudem weitere externe Einflüsse die es beispielsweise auf einem Balkon im 3. Stock oder einer Wohnsiedlung eher nicht gibt. Verschiedene Tierarten, die durch Ausscheidungen Nährstoffe dem Boden zuführen, andere Pflanzen, die durch die natürlichen Zyklen Material verlieren, welches auf dem Boden wieder zu Nährstoffen durch Organismen verarbeitet werden kann – Diese Faktoren sind im heimischen Garten weniger vorhanden.

Mit NPK-Dünger kannst du deinen Pflanzen die Nährstoffe geben, die sie für ein kräftiges und gesundes Wachstum benötigen!

Deine Pflanzen benötigen drei primäre Nährstoffe um zu wachsen: Stickstoff, Phosphor und Kalium – das sind die sogenannten Primärnährstoffe.

N – Stickstoff, für kräftiges Wachstum

N für Stickstoff? Ja, denn das N soll keine Abkürzung sein, sondern steht für das chemische Symbol, welches eine Abkürzung des lateinischen Wortes Nitrogenium (übersetzt: Stickstoff) ist.

Ohne Stickstoff geht nichts. Nein wirklich, gar nichts! Stickstoff ist so elementar für Pflanzen, dass er einer der drei Primärnährstoffe ist. Stickstoff wird von den Pflanzen zum Aufbau von Chlorophyll, Proteinen und DNS genutzt. Chlorophyll ist das Pflanzenpigment, welches der Pflanze die grüne Farbe gibt und zum Betreiben der Photosynthese überlebenswichtig ist für deine Pflanzen.

Ja, es gibt es Pflanzen die mehr oder weniger Stickstoff benötigen. Pflanzen, die viel Stickstoff brauchen nennt man in der Regel “Starkzehrer”. Daneben gibt es noch “Mittelzehrer” und “Schwachzehrer”. Schwachzehrer können den Boden, so wie Bohnen, sogar mit Stickstoff anreichern.

Starkzehrer

  • Tomaten
  • Gurken
  • Artischocken
  • Porree
  • Spargel
  • Paprika
  • melonen
  • Auberginen
  • Kohl
  • Kartoffeln
  • Sellerie
  • Zuckermais
  • Rhabarber

Mittelzehrer

  • Salat
  • Spinat
  • Kohlrabi
  • Möhren
  • Zwiebeln
  • Mangold
  • Rote Bete
  • Fenchel

Schwachzehrer

  • Knoblauch
  • Kräuter
  • Feldsalat
  • Radieschen
  • Rukola
  • Erbsen
  • Ackerbohnen und Bohnen
  • Portulak

P – Phosphor

Phosphor wird, wie auch Stickstoff, ebenfalls in Proteinen und Enzymen gebraucht. Wer sich noch an den Biologieunterricht in der Schule erinnert, dem sagt ATP möglicherweise noch etwas. ATP ist die Abkürzung für Adenosintriphosphat und ist ein wichtigtes Molekül zum Speichern und Liefern von Energie in den Zellen. Es wird hergestellt bei der Verbrennung von Nährstoffen in den Mitochondrien im Rahmen des Citratzyklus.

Bevor wir aber noch weiter ins Detail gehen: Phosphor ist elementar für das Überleben einer Pflanze. Es regt die Blüten- und Fruchtbildung an. Das sorgt in Dieters Garten für saftige Erträge und schöne Blüten.

K – Kalium

Kalium ist der dritte Primärnährstoff für Pflanzen und ist, im Gegensatz zu Stickstoff (N) und Phosphor (P) nicht direkt beim Aufbau neuer Zellen beteiligt. Kalium ist primär für die Regulierung des Wasserhaushaltes der Pflanze zuständig, indem es von der Pflanze in den wassergefüllten Raum der Zellen eingelagert wird. Bei entsprechend hoher Kaliumkonzentration findet dann ein Ausgleich statt und es kann viel Wasser aufgenommen und gespeichert werden. Ist die Kaliumkonzentration gering, wird weniger Wasser in den Zwischenräumen gespeichert. Dazu kommt: Je mehr Kalium gespeichert wird, desto niedriger ist der Gefrierpunkt! Kalium sichert deine Pflanzen also auch ab gegen Kälte und Frost.

Weiterhin unterstützt Kalium den Stoffwechsel deiner Pflanzen und hilft bei der Stärkung der Zellwände. Das macht deine Schützlinge resistent gegen Pilzbefall und Schädlinge.

Also einfach ganz viel von allem?

Nein! Hier macht es, wie so oft im Leben, die Dosis und Mischung. Die drei Primärnährstoffe müssen auf den jeweiligen Einsatzzweck abgestimmt werden, denn je nach Lebensphase und Saison kann eine andere Mischung schon Sinn machen. Natürlich ist auch der Pflanzentyp wichtig, denn die Pflanzen unterscheiden sich teilweise drastisch in dem Bedarf der Primärnährstoffe.

Sekundärnährstoffe

Neben den Primärnährstoffen Stickstoff, Phosphor und Kalium gibt es noch weitere Nährstoffe, die in Düngern enthalten sein können. In der Regel werden diese Nährstoffe auf der Verpackung des Düngers ausgezeichnet.

Calcium

Calcium stärkt die Zellen und reduziert den Säuregrad des Bodens, was die Nährstoffaufnahme der Pflanze verbessern kann.

Magnesium

Magnesium ist für die Stimulation der Chlorophyllproduktion zuständig und verhilft beispielsweise Rasen zu der kräftigen Farbe, die sich jeder Gartenbesitzer wünscht.

Schwefel

Schwefel unterstützt die Entwicklung von Enzymen und stärkt die Pflanze für den anstehenden Winter oder gegen Pilzbefall und Schädlinge.

Weitere Spurenelemente

Es gibt noch eine Vielzahl weiterer Bestandteile in Düngern. Eisen, Zink oder Bor können bei beispielsweise Rasen eingesetzt werden. Der Rasen benötigt nur ganz wenig davon, deshalb vorsichtig bei der Dosierung!

Reine NPK-Dünger sollten vorsichtig genutzt werden

Wirklich reine NPK-Dünger sollten im Hobbygarten selten eingesetzt werden. In den organischen und organisch-mineralischen Düngern sind neben den drei Primärnährstoffen noch weitere Nährstoffe enthalten, die dem Wachstum der Pflanze helfen. Wenn reiner NPK-Dünger auf den Boden gegeben wird, verhilft das erst einmal zu starkem Wachstum, der aber dann mit dem Erschöpfen der Vorkommen von weiteren Nährstoffen im Boden auch schnell wieder abebbt und mögliche Mangelerscheinungen auftreten können. Gedüngt werden sollte also immer mit Bedacht und mit dem Blick auf die Ergebnisse der Düngung. Erst danach sollte nachgesteuert werden, sofern Mangelerscheinungen auftreten.

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